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Dienstag 22.11.2016

Politik im Alltag

Unserer erster Ringrat, wo wir das Konzept ausprobiert haben. "Wir wollen die S-Bahn als öffentlicher Raum zu einem Ort politischen Austausches machen".

Dienstag 18 Uhr und die S-Bahn ist voll. Ich erinnere mich an Interesse für das Ringrat-Konzept (und für die Bilder und den Tee), aber es gab noch viel, was wir ausprobieren mussten. Wie treten wir an die Fahrgäste heran? Wie sehr halten wird das Gespräch im Gang und wie viel haben die Fahrgäste selbst einzubringen. Ich erinnere mich auch an einem nassen Berliner Winterabend, die S-Bahn voll mit Pendler und dem müden Rhythmus eines Dienstagsabends. Dies gab das Gefühl, das es irgendwie wichtig war, was wir versuchten, und es gab uns die Idee für das nächste Thema.


Dienstag 13.12.2016

Arbeit und Freizeit

Menschen in der S-Bahn, zwischen Arbeit und Freizeit. Aber was bedeuten diese Begriffe für sie?

Wir stießen auf eine ähnliche Dienstagabend-Atmosphäre. Was ist der Grund dafür, sich da reinzustürzen? Ist Arbeit notwendig, was bringt dir Arbeit und was bringt dir Freizeit. Wir experimentierten mit einer Buchvorlesung und einem Vortrag über Hannah Arendts Interpretation des politischen Raumes. Wir erkannten auch, dass der Dienstagabend vielleicht den Pendler*innen gehört, und planten für die nächste Fahrt einen Freitag an.


Freitag 27.01.2017

Andrej Holm

Am 16.1.2017, kurz nach den Berlin-Wahlen, musste Andrej Holm seinen neuen Posten als Staatssekretär für Stadtentwicklung und Wohnen verlassen. Kurz darauf wurde er auch aus der HU entlassen. Als Antwort darauf besetzten Student*innen das ISW-Gebäude der HU.

Die Reaktionen liefen auseinander von Begeisterung für die studentische Initiative (die Besetzung war auch mit der Kampagne 'Uni von unten' verbunden) bis Unverständnis darüber, warum wir einen Ex-Stasi Mitarbeiter/Schüler in Verteidigung nehmen (1 Fall). An Empörung darüber, dass ein Unigebäude besetzt wurde, kann ich mich nicht erinnern.


Samstag 11.02.2017

Bildung und Erziehung

Zurück zum Experiment: Was können wir voneinander lernen und wie können wir zusammenarbeiten? Viele Vorstellungen davon finden ihren Ursprung in der Bildung und Erziehung. Wir fragten die Fahrgäste nach ihren Erfahrungen damit und trugen einige Ideen alternativer Bildung und Erziehung heran.

Das Thema ließ es zu, dass die Gespräche sehr persönlich wurden. Erinnerungen an die Schulzeit kamen hoch. Bei den alternativen Bildungskonzepte stießen wir auf die bekannte Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit. Viele Fahrgäste erkannten das Ideal, wiesen aber darauf hin, dass es so nun einmal nicht organisiert ist. Ja, es fängt eben sehr früh an, die Bildung.


Freitag 02.06.2017

G20 Erwartungen

Der Medienapparat zur Vorbereitung des G20 Gipfels läuft auf Hochtouren. Es wird darüber berichtet, wie sich die Weltmachthaber die Schellen verteilen werden, es wird über abstruse Demoverbots- und Sperrzonen diskutiert und Angst vor zehntausend gewaltbereite Aktivisten geschürt, womit der Protest delegitimiert wird. Gleichzeitig findet in Berlin die african partnership conference statt, wo eine Zusammenarbeit mit 'Afrika' auf Augenhöhe propagiert wird. Das ist seit der Kongo-Konferenz, 1884, ebenfalls in Berlin, schon eine Lüge. Höchste Zeit für eine Gegenöffentlichkeit!

Wir haben einige Infos mitgebracht und welche dafür zurückbekommen. Es gab sehr fundierte und offene Meinungen über den Sinn/Unsinn eines solchen Gipfels, die Vertrauenswürdigkeit der Staatsgäste und die mediale Offensive. Außerdem war es der 2. Juni 2017, und einer der Fahrgäste war vor 50 Jahren auf der Demo, wo Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen wurde. Wer mensch in der Bahn so trifft.

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Mittwoch 19.07.2017

G20 Nachbesprechung

Eigentlich wollten wir das Thema nun mal ruhen lassen, aber über bestimmte Ereignisse während des G20-Gipfels durfte nicht geschwiegen werden. Eine Gegenöffentlichkeit, für die wir eine Plattform im Ringrat sehen, war mehr als notwendig.

Wir haben es erkannt, die Aufgabe war nicht einfach. Sollten wir spezifische Infos vom Verlauf des Gipfels herantragen oder gerade uns zurückhalten und Meinungen sondieren. Im ersten Fall gab es die Gefahr, dass wir uns unrechtmäßig als 'Autorität' darstellen und den freien Meinungsaustausch behindern würden. Im zweiten Fall kämen die Gespräche nicht über das Mittelmaß des medialen Sumpfes hinaus. Die Meinungen liefen breit auseinander, natürlich, und einige Gespräche dauerten dann doch lange genug an, um eine fundierte Diskussion zu führen.

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Freitag 22.09.2017

Gesichtserkennung - Ausbau der Überwachung

Am Bahnhof Südkreuz wird seid August ein Pilotprojekt zur "intelligenten Videoüberwachung" durchgeführt. Dabei wird in einem Teilbereich des Bahnhof Gesichtserkennung erprobt. Die Technik soll in Zukunft flächendeckend an öffentlichen Orten ausgebaut werden. Wir sehen darin einen weiteren Schritt im Ausbau staatlicher Überwachung. Wir haben dies als Anlass genommen um mit den Menschen in der S-Bahn über ihre Einstellung zur Kameraüberwachung, ihrem Sicherheitsgefühl in der Öffentlichkeit und ihrem Verständnis von Privtasphäre zu reden.

Das Thema wurde gut angenommen, wobei sich viele Leute nicht bewusst waren was gerade am Südkreuz passiert. Insgesamt wurde Privatsphäre als ein hohes Gut empfunden. Es gab weitgehend Einigkeit darüber das zunehmende Überwachung keine Lösung für die angegebenen Probleme ist.

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